Kanalinseln: Unser Mädelstrip zwischen Meer, Wind und guter Laune

Gorey Bay mit Mont Orgueil Castle

Drei Freundinnen, ein Dreamteam, und jede Menge gute Laune – das war unser Mädelstrip auf die Kanalinseln. Kein stressiges Programm, keine To-Do-Listen, sondern einfach die Freiheit, das Leben und die Landschaften von Jersey und Guernsey in vollen Zügen zu geniessen. Wir lassen uns treiben zwischen sanften Hügeln, rauer Küste und verwunschenen Buchten – und nehmen uns Zeit für entspannte Apéros, gute Gespräche und all die kleinen Momente, die unbezahlbar sind.

Ein bisschen Geografie & Fun Facts

Die Kanalinseln liegen im Ärmelkanal, näher an Frankreich als an England, gehören aber offiziell zur britischen Krone – mit einem ordentlichen Schuss Eigenständigkeit. Die Menschen hier haben nicht nur einen eigenen Pass, sondern auch ihre eigene Währung: Jersey-Pfund oder Guernsey-Pfund. Beide sind gleich viel wert wie das britische Pfund, aber die Scheine sehen eben anders aus. Bargeld? Nett, aber unnötig – mit Karte kommt man überall bestens durch.

Gesprochen wird vorwiegend Englisch, aber auch das Französische hat Spuren hinterlassen, sei es in den Ortsnamen oder in kleinen Ausdrücken. Dazu gibt es auf Jersey das Jèrriais und auf Guernsey das Guernésiais – zwei normannische Dialekte, die von den alten Normannen stammen und heute nur noch von wenigen Einheimischen gesprochen werden. Diese Sprachen sind wie kleine Schatztruhen der Inselkultur, die mit viel Liebe gepflegt werden.

Was uns sofort beeindruckt hat: die Gezeiten! Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist gigantisch. Das Meer zieht sich stellenweise kilometerweit zurück, nur um wenige Stunden später mit voller Kraft zurückzukehren.

Das Leben auf den Inseln ist entspannt und selbst im Hochsommer fühlt es sich nie überlaufen an. Das Meer lädt zu einem erfrischenden Bad ein, die gemütlichen Pubs zu einem kühlen lokalen Bier, die Restaurants servieren Austern und Krabben-Sandwiches – und zwischendurch geht ein Kännchen Tee immer.


Jersey – Insel der Kühe und Küstenträume

Jersey lässt sich wunderbar mit dem Velo erkunden. Die charmanten Jungs von Evolution Cycles sind der Knaller! Sie nehmen sich Zeit, um mit uns die Route für zwei Tage zu besprechen und geben uns wertvolle Tipps.

Es gibt auf der Insel verschiedene markierte Strecken, praktisch ohne Verkehr – durch Wälder oder entlang der Küste. Ein Träumchen auf zwei Rädern! Wir entdecken malerische Orte wie St. Aubin, das Corbière Lighthouse, die Lavendelfarm und die süsse Rozel Bay.

Aber unser absoluter Lieblingsplatz: das Mont Orgueil Castle. Da zieht es uns immer wieder hin – und am letzten Abend sorgt sogar ein falscher Bus dafür, dass wir nochmal in Gorey landen und uns von der Burg im Abendlicht verabschieden dürfen.

Auch der Hauptort St. Helier hat uns auf einem gemütlichen Spaziergang begeistert mit einer schönen Markthalle und einem klassischen Afternoon Tea im De Gruchy (Danke, unbekannte Passantin, für den Tipp).

Dann sind da noch die berühmten Jersey-Kühe mit den grossen, dunklen Kulleraugen. Kein Wunder gelten sie als die Supermodels unter den Kühen: goldenes Fell, graziler Körperbau und dieser unschuldige Blick, dem man einfach nicht widerstehen kann. Und als wäre das nicht genug, liefern sie auch noch eine besonders cremige Milch – die Basis für feine Butter, Käse und Ice-Cream. Eine echte Insel-Ikone eben!


Guernsey – Bus, Wind & Badekultur

Guernsey entdecken wir standesgemäss mit dem lokalen Bus – langsam, günstig und mit viel Aussicht. Ein Highlight: der Spaziergang an der windumtosten Vazon Bay.

Verzaubert hat uns die winzige Little Chapel, über und über mit bunten Porzellan- und Glasscherben dekoriert. Ein echtes Schmuckstück!

Für Wasserratten wie mich ein Muss: die Bathing Pools in St. Peter Port. Hier lässt sich herrlich im Meer schwimmen, unabhängig von Ebbe und Flut – sehr praktisch!

St. Peter Port selbst ist total entspannt. Wir bummeln durch die hübschen Gassen, gönnen uns einen Apéro im Pub oder schlendern am Hafen entlang. Die Schiffe, die je nach Gezeiten im Trockenen oder im Wasser liegen, liefern immer wieder ein neues Fotomotiv.


Herm – Klein, fein, überraschend schön

Herm ist ein Mini-Inselchen, das sich problemlos zu Fuss umrunden lässt. Und was für Strände! Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser – ein bisschen Karibik-Feeling mitten im Ärmelkanal. 2 von 3 Mädels springen ins kühle Nass, bevor wir gemütlich der Küste entlang wandern und uns mittags mit klassischem Fish & Chips stärken. Total entspannt, total schön!


Sark – die rustikale Schönheit

Die Überfahrt nach Sark war ganz schön wellig, aber niemand hat eine Kotztüte gebraucht – zum Glück! Trotzdem ist der hübsche junge Steward ständig durchs Boot gelaufen und hat freundlich gefragt, ob es allen (noch) gut geht.

Die Insel erkunden wir mit dem Fahrrad, was sich als goldrichtige Entscheidung herausstellt. Besonders der Übergang zu Little Sark, die berühmte La Coupée, ist landschaftlich der Hammer!

Der Wind bläst uns am Nachmittag ordentlich durch, wir beginnen zu frieren und sind heilfroh, dass wir die Rückfahrt schon auf 14 Uhr gelegt haben. Ein kleiner Schreck zum Schluss: Bei Bam’s Bikes hängt ein «Closed»-Schild. Wir stellen die Drahtesel einfach ab und hoffen auf das Beste. Kaum sitzen wir im Traktor-Shuttle zurück zum Hafen, radelt der Typ von der Vermietung vorbei – ein Daumen hoch, ein Winken, Kaution gesichert. Läuft bei uns!


Fazit: Mädelstrips mit Suchtpotenzial Wir haben in einer Woche unglaublich viel gesehen und erlebt – und trotzdem war es total entspannt. Kein Stress, kein Gehetze, Spontanität und ganz viel Spass. Wir ergänzen uns perfekt – so macht Reisen Spass.


Unsere Reise auf einen Blick
Wir starteten in Zürich, flogen via London nach Jersey. Weiter ging’s mit der Propellermaschine nach Guernsey, wo wir 4 Nächte verbrachten und die frische Meeresluft genossen. Von dort machten wir zwei lohnenswerte Tagesausflüge: auf die kleine Insel Herm mit ihren traumhaften Stränden, und nach Sark – bekannt für ihre Pferdekutschen, denn Autos sind dort tabu.

Zurück nach Jersey nahmen wir entspannt die Fähre und blieben weitere 3 Nächte. An zwei Tagen schnappten wir uns E-Bikes, um die Insel gemütlich auf eigene Faust zu erkunden – eine perfekte Art, um Küsten, Dörfer und Strände zu entdecken.

Schliesslich ging’s via London zurück nach Zürich. Ein Mix aus Fliegen und Schiffchen – so wird die An-/Rückreise zum Teil des Abenteuers!