Girona: Genuss, Farben und spanisches Lebensgefühl

Girona farbige Häuser

Girona ist wie das kleine Geschwisterchen von Barcelona – weniger überlaufen, aber genauso charmant, mit einer extra Portion Flussromantik. Spätestens nach dem ersten Spaziergang durch die Altstadt weiss man, warum Girona als Geheimtipp in Katalonien gilt. Und wer Radsport liebt, kommt hier voll auf seine Kosten: Über 100 Profi-Radfahrer leben oder trainieren in Girona – kein Wunder, die Stadt gilt als Europas Radsport-Hauptstadt.

Magie am Abend – wenn Girona leuchtet

Was für eine ciudad tan bonita! Schon vom ersten Augenblick an hat mich Girona verzaubert. Besonders am Abend, wenn die Lichter angehen und die Tagestouristen zurück nach Barcelona fahren, liegt eine fast magische Stimmung über den engen Gassen der Altstadt. Ich sag’s dir: da fühlt man sich fast wie in einer Filmkulisse – nur mit echtem Tapasduft in der Nase.

Farbenpracht am Onyar Fluss – Postkartenmomente garantiert

Die bunten Häuser am Onyar Fluss sind DIE Sehenswürdigkeit. Ich konnte mich kaum sattsehen – je nach Tageszeit und Lichtstimmung wirkt das Farbenspiel wieder ganz anders. Einen besonders schönen Blick hat man von einer der Brücken, wie der Pont de les Peixateries Velles, einer knallroten Eisenbrücke, die kein Geringerer als Gustave Eiffel entworfen hat. Ja genau, der Herr mit dem Turm in Paris.

Spaziergang auf der Stadtmauer – Girona von oben

Ein weiteres Highlight: der Spaziergang auf der gut erhaltenen Stadtmauer. Man kann auf langen Abschnitten entlanglaufen und hat dabei spektakuläre Ausblicke über die Stadt, inklusive der mächtigen Kathedrale von Girona. Ein bisschen fühlt man sich dabei wie ein mittelalterlicher Wächter – nur ohne Helm und Schwert.

Labyrinth der Altstadt – verlaufen unmöglich

Die Altstadt selbst ist ein kleines Labyrinth, aber keine Sorge: Verirren kann man sich kaum. Höchstens im Café-Menü, wenn man zwischen cortado, carajillo oder café con leche wählen muss. Dafür locken an jeder Ecke Restaurants, Tapasbars und Cafés. Cineasten werden einige Ecken sofort erkennen – Szenen aus „Game of Thrones“ und „Das Parfum“ wurden hier gedreht.

Café-Genuss, Süsse Pausen & lokale Spezialitäten

Besonders gut gefallen haben mir die vielen hübschen Cafés – vom nostalgisch-altmodischen bis zum super-stylishen Designtempel. Ein cortado mit einem süssen Teilchen dazu: perfecto für kleine Pausen zwischendurch.

Unbedingt probieren solltest du die traditionellen xuxos – gefüllte, fritierte Teigrollen mit Crème. Ich schwöre, das ist pures Zucker-Glück! Wer es herzhaft mag, bestellt einen Bikini, ein gegrilltes Sandwich mit Schinken und Käse (ja, so heisst das wirklich!). Und dann wären da noch die berühmten Canelons – kein Gericht, sondern Familientradition pur. Dafür verbringt man in Girona gern Stunden in der Küche, damit sie wie bei la abuela schmecken.

Radfahrer Vibes – Kaffee und Kettenöl

In der Szene gilt die Stadt als Zentrum des Radsports, dementsprechend findet man zahlreiche Fahrradshops und Lokale mit sportlicher Deko. Manchmal hat man das Gefühl, jedes zweite Café hat mehr Räder als Stühle.

La Fabrica: Gegründet von Christian Meier, einem ehemaligen Tour-de-France-Fahrer, und seiner Frau Amber, ist das Café ein Paradies für Radfahrer mit eigener Rösterei, exzellentem Kaffee und gemütlichem Ambiente.

Velodrom: Stylischer Laden mit hochwertigen Bikes, Bikefitting und ebenfalls richtig gutem Kaffee.

Plaza de la Independencia – das Wohnzimmer der Stadt

Wer es gemütlich mag, sollte die Plaza de la Independencia nicht verpassen: Unter Arkaden sitzt man entspannt mit einer caña (Bier) und lässt die Stimmung auf sich wirken. Besonders beliebt sind auch Vermouth, der klassische katalanische Aperitif, und der Ratafia, ein Likör aus grünen Walnüssen und Kräutern. Und wenn es richtig heiss wird, gönnt man sich einen Tinto de Verano – quasi Sangría’s kleiner, erfrischender Bruder.

Katalanisches Flair – Sprache, Stolz & Sandwiches

Spannend fand ich auch die starke katalanische Identität, die man besonders in der Sprache spüren kann – zum Beispiel bei Strassenschildern. Einige Restaurants führen zudem tatsächlich Speisekarten nur auf Katalanisch. Mit etwas Fantasie kommt man aber schnell zurecht: „Entrepans“ sind zum Beispiel einfach Sandwiches. Und keine Sorge: Spanisch (oder auch Englisch) spricht hier natürlich jeder, also hambre wirst du sicher nicht leiden.

Mein Fazit – Liebe auf den ersten Blick

Girona ist klein genug, um sich treiben zu lassen, und gleichzeitig gross genug, um für einige Tage immer Neues zu entdecken. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick – y seguro, dass es vielen Besuchern genauso geht. Oder wie man hier sagen würde: ¡Hasta pronto, Girona!

Und jetzt mal ehrlich: klingt das nicht ganz stark nach Kofferpack-Alarm?