Embudu gehört zu den älteren Resorts der Malediven und hat sich bis heute ihre charmante Schlichtheit bewahrt. Embudu ist so unkompliziert, wie ich es mag. Zu Fuss in zehn Minuten einmal rundherum, zack, fertig.

Embudu braucht keinen Firlefanz, keine inszenierten Fotospots, keine Herzchen-Schaukeln für Influencer. Die Insel ist einfach sie selbst, hier darf die Natur noch Natur sein. Und sogar der Transfer mit dem Schnellboot vom Flughafen ist so kurz und unkompliziert, dass man kaum Zeit hat, die Schwimmweste richtig anzuziehen.

Einfachheit, die gut tut
Ein Restaurant, eine Bar, ein Spa und eine Tauchschule, fertig, mehr findet man auf Embudu nicht. Der Rest kommt von der Natur: Wellenrauschen und eine Brise, die selbst hartnäckige Alltagsgedanken entwirrt. Ich lese drei Bücher. Embudu lässt mir dafür alle Zeit der Welt. Und verpassen kann man hier sowieso nichts.


Das Essen: Viel frischer Fisch, knackiges Gemüse, Currys, Salate, tropische Früchte und ja, das Dessert-Buffet, das mich jeden Mittag und Abend freundlich in Versuchung geführt hat. Embudu ist auch eine Genuss-Insel.


Ach ja: Ein kleines Gym gäbe es auch. Habe ich gesehen, freundlich zur Kenntnis genommen, und bin dann doch lieber weiter Richtung Liegestuhl geschlendert.
Regenpause? Kein Stress!
Für Dezember hat die Insel erstaunlich oft geweint. Doch auf Embudu ist selbst das unkompliziert: Zehn Schritte weg vom Liegestuhl und ich sitze unter dem schützenden Dach meines Bungalows, lausche dem Tropfenkonzert und warte auf das nächste Aufhellen.
Innerhalb von Sekunden reisst der Himmel meist plötzlich auf, das Licht kippt von Grau zu Gold, und plötzlich ist alles wieder so traumhaft, wie ich mir die Malediven immer ausgemalt habe.



Barfuss – mit kleinen Startschwierigkeiten
Auf Embudu den ganzen Tag barfuss zu laufen, darauf freue ich mich seit Ewigkeiten. Endlich Sand zwischen den Zehen, keine Schuhe, pure Freiheit. Nach zwei Stunden schon die Ernüchterung: Der Boden ist viel härter und kantiger, als ich es mir vorgestellt habe, und meine Fusssohlen protestieren ziemlich deutlich.
Die Wende kommt mit einer Massage im Spa, danach laufe ich wie auf Wolken. Genau so habe ich mir das Barfuss-Insel-Leben vorgestellt.

Ein grünes Wunder – und ich mitten drin
Erwartet habe ich ein paar Palmen. Gelandet bin ich im Mini-Dschungel von Embudu, üppig, raschelnd und voller Leben. Bei jedem Spaziergang entdecke ich etwas Neues: eine Blüte, die plötzlich da ist, ein schüchterner Gecko oder Krebse, die seitlich davon sprinten.
Dann gibt es noch den Koel, ein Vogel, den man selten sieht – aber garantiert hört. Sein Ruf klingt wie ein langgezogenes „kooo-el“, erst zaghaft, dann immer lauter. Ein bisschen geheimnisvoll, ein bisschen tropisch, der Soundtrack von Embudu.






Mein absoluter Lieblingsplatz ist die Schaukel unter dem Banyanbaum. Dort sitze ich oft, schaukle ein wenig, lese. Über mir hängen die Flughunde wie kleine, kopfüber montierte Inselbewohner und halten Siesta.

Schnorcheln mit Ammenhaien – wunderschön und ein bisschen nachdenklich
Der Boot-Ausflug nach Stingray City ist eindrücklich: Unter Wasser den Ammenhaien und Rochen fast in die Augen zu schauen, nur mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet, da klopft das Herz schon ein bisschen schneller.
Und trotzdem bleibt ein Nachhall: Damit die Tiere so nahe kommen, werden sie angefüttert, und ich frage mich, was ich davon halten soll.


Das Hausriff zum Abtauchen
Doch das wahre Schnorchelglück beginnt direkt vor der Haustüre. Ein paar Schritte ins Wasser, Maske aufs Gesicht – und schon öffnet sich eine andere Welt. Bunte Fischschwärme, die sich im Sonnenlicht silbrig drehen, neugierige Papageifische, die an Korallen knabbern, und dieses hypnotische Blau, das einen sofort runterfährt. Schnorcheln ist wie ein kleines tägliches Wunder, das nie Routine wird.



Male – Same same but completely different
Ein Ausflug nach Male zeigt die Malediven von einer ganz anderen Seite: laut, lebendig, ein bisschen chaotisch – und genau darum spannend.
Unser Stadtführer taucht auf mit einem blauen Plastik um den Bauch gebunden, einer Maske am Kinn und einer Parfümwolke, der wir folgsam hinterherziehen. Er redet in mehreren Sprachen gleichzeitig, und ich verstehe nur die Hälfte, aber es ist herrlich unterhaltsam.
Er wirkt leicht wirr, doch irgendwie passt genau das zum Nachmittag. Er führt uns zur grossen Moschee, zum Tsunami-Denkmal, auf den Markt, an den Hafen und als wir dringend ein Klo brauchen, steuert er uns kurzerhand ins Hospital. Warum auch nicht.
Ein kurzer Ausflug, der mich schmunzeln lässt und mir zeigt, dass die Malediven weit mehr sind als Postkartenblau.





Sonnenuntergänge zum Dahinschmelzen
Am Abend, wenn die Sonne glutrot im Meer versinkt, ist die Bar-Terrasse the place to be. Ein Drink in der Hand, warme Haut und dieses goldene Licht, das alles ein bisschen weicher macht.



Genau in solchen Momenten spüre ich, was Embudu für mich so liebenswert macht: Die Insel ist unkompliziert und voller kleiner Wunder. Vielleicht war es nur eine kurze Zeit, aber es fühlte sich an wie eine kleine Inselromanze: leicht, herzlich und warm ums Herz.

